Zeitenwende: Kodak pensioniert seinen Chef - DER SPIEGEL
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Zeitenwende Kodak pensioniert seinen Chef

Gerade mal 57 Jahre alt ist der bisherige Chef des Kamera- und Filmherstellers Eastman Kodak - trotzdem wird er in Rente geschickt, weil er keine rechte Antwort auf die digitale Herausforderung fand. Sein Nachfolger steht bereits fest. Er arbeitete früher für Hewlett-Packard.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Neuer Chef bei Eastman Kodak   soll am 1. Juni der gebürtige Spanier Antonio Perez werden, der bisher die Nummer zwei im Konzern war. Perez ist 59 und damit sogar zwei Jahre älter als der scheidende CEO Daniel Carp, dem man offenbar nicht mehr zutraut, die Krise des Unternehmens zu lösen, das vor allem mit analogen Filmen und Kameras groß geworden war. Carp soll das Amt des Chairman bis zum Ende des Jahres behalten - dann wird Perez auch diesen Posten übernehmen.

Die Börse reagierte positiv. Eastman-Kodak-Aktien haben im frühen US-Handel 6,25 Prozent auf 27,04 Dollar gewonnen.

Kodak war im ersten Quartal wegen hoher Restrukturierungskosten und weiter anfallender Kosten für die Neuausrichtung tief in die Verlustzone gerutscht. Das Minus belief sich auf 142 Millionen Dollar. Außerdem war das Kreditrating des Unternehmens heruntergestuft worden.

Carp hatte 1970 als statistischer Analyst bei Kodak begonnen. Er war weltweit für das Unternehmen tätig gewesen, ehe er 2000 an die Konzernspitze aufgerückt war. Er selbst hatte Perez im April 2003 als potenziellen Nachfolger angeheuert. Perez hatte unter anderem 25 Jahre bei dem Drucker- und Computerhersteller Hewlett-Packard   gearbeitet. Bei Kodak hat er die Umstellung auf die Digitalfotografie weiter vorangetrieben.