Zeitungsanzeigen Porsche provoziert Deutsche Börse
Frankfurt am Main - "Übrigens: Wer an der Börse ausgezeichnet fahren will, handelt nicht quartalsweise. Sondern weise", war auf großen Anzeigen im "Handelsblatt", der "Börsen-Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen" zu lesen.
Damit ist der Streit mit der Deutschen Börse in eine neue Runde gegangen. Hintergrund ist die Weigerung von Porsche, jedes Quartal über die Geschäftsentwicklung zu informieren. Die Frankfurter Börse schreibt dies seit Jahresbeginn den Firmen vor, deren Aktien im Börsenbarometer Dax der 30 wichtigsten Werte oder - wie die Porsche-Vorzugsaktie - im Nebenwertesegment MDax der 70 nächstgrößten Werte enthalten sind.
Die Börse hatte erklärt, dass solche Firmen aus den Indizes herausgenommen werden sollten, die Quartalsberichte grundsätzlich verweigerten. Nach Angaben eines Sprechers der Börse ist Porsche das einzige der 70 MDax-Unternehmen, das die Quartalsberichterstattung verweigert.
Im Gespräch mit dem SPIEGEL hatte es Porsche-Chef Wendelin Wiedeking endgültig abgelehnt, der Forderung der Börse nachzukommen. Er verwies dabei auf das saisonale Geschäft von Porsche. Außerdem habe Porsche im August Werksferien. "Die Mitarbeiter werden selbstverständlich weiterbezahlt, die Kosten laufen weiter, aber kein einziges Auto läuft vom Band", sagte Wiedeking. Die Gefahr sei grundsätzlich, "dass man ein Unternehmen nur noch so steuert, dass die Quartalszahlen stimmen". Derzeit berichtet Porsche alle sechs Monate über seine Geschäftsentwicklung.