Zeitungsbericht BenQ verliert deutsche Kunden
Frankfurt/Main - Die Nachfrage sank bei allen Produkten, nicht nur bei Mobiltelefonen, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf eine Umfrage unter Elektro- und Computerhändlern. Für BenQ habe das Debakel mit den Handys in Deutschland "langfristig schädliche Folgen" , zitiert das Blatt den Marktforscher Oliver Hupp von dem Marktforschungsunternehmen GfK.
Siemens spüre dagegen bei Haushaltsgeräten keine sinkende Nachfrage, berichtet die Zeitung. Der Umsatz der Bosch-Siemens-Haushaltsgeräte GmbH sei im ersten Halbjahr um 15 Prozent gestiegen. Dieser Trend setze sich fort, sagte eine BSH-Sprecherin der "FAS". Auch in den vergangenen Wochen sei das Geschäft nach Plan gewachsen,
BenQ Mobile hatte Ende September Antrag auf Insolvenz gestellt, nachdem der taiwanesische Elektronikhersteller BenQ die Zahlungen an seine deutsche Tochter einstellte. BenQ hatte Ende 2005 von Siemens die defizitäre Handysparte übernommen.
Siemens wies unterdessen Vorwürfe von IG-Metall-Chef Jürgen Peters zurück, das unternehmen habe eine "Abwrackprämie" für BenQ Mobile gezahlt. Zahlungen an BenQ im Rahmen der Übertragung der Handysparte an das taiwanesische Unternehmen so zu bezeichnen sei eine "irreführende und böswillige Unterstellung", teilte der Konzern mit. Die von Peters genannten Zahlungen von 110 Millionen Euro "können nicht nachvollzogen werden".
Der Konzern habe im vergangenen Jahr mögliche Partner für die Übergabe des Handygeschäfts geprüft. Mit BenQ habe sich Siemens für eine "langfristige Lösung und einen Erhalt der Standorte entschieden". Darüber hinaus habe man " umfangreiche Maßnahmen" getroffen, um BenQ Mobile eine solide Ausgangsposition zu verschaffen. Vor allem das Recht, die Siemens-Marke bis zu fünf Jahre führen zu dürfen, zeige, dass das Unternehmen in BenQ einen nachhaltigen Partner für das Handygeschäft gesehen habe.
fok/ddp