Zeitungsbericht Japan zu Schuldenerlass bereit
Japan ist laut einem Bericht der japanische Tageszeitung "Nihon Keizai" zu einem Schuldenerlass für Irak bereit. Demnach will Ministerpräsident Junichiro Koizumi voraussichtlich einer entsprechenden Bitte der USA zustimmen. Koizumis Sprecher Yu Kameoka wollte zunächst nicht zu dem Bericht Stellung nehmen. Der US-Sondergesandte James Baker wird heute in Tokio erwartet, wo er sich für einen Schuldenerlass für Irak einsetzen will.
Irak schuldet Japan Schätzungen zufolge rund 7,76 Milliarden Dollar. Ein Großteil davon stammt aus den siebziger und frühen achtziger Jahren, als japanische Unternehmen im Irak Kraftwerke und Krankenhäuser bauten. Die japanische Regierung hat für den Wiederaufbau des Irak bereits Finanzhilfen in Höhe von insgesamt fünf Milliarden Dollar zugesagt.
Baker hatte sich Mitte Dezember auch in Europa für einen Schuldenerlass für Irak stark gemacht. Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien sicherten ihm zu, in der Frage mit den USA zusammen zu arbeiten, und kündigten zum Teil einen "substanziellen Schuldenerlass" an. Auch Russland zeigte sich verhandlungsbereit. Irak hat bei den 19 Staaten des Pariser Clubs Schulden in Höhe von insgesamt 41 Milliarden Dollar.