Zeitungsbericht Schröder wird Berater des Bankhauses Rothschild
Berlin - Der SPD-Politiker werde in den Europäischen Beirat des Bankhauses eintreten, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Finanzkreise. Dort solle er seine internationale Expertise vor allem in Wachstumsregionen wie Osteuropa, Russland, der Türkei und China einbringen. Um den Anschein von Interessenkonflikten zu vermeiden, werde er die Bank aber nicht in ihrem Deutschland-Geschäft beraten. Die Bestellung Schröders in den Beirat werde Rothschild vermutlich morgen bekannt geben.
Der Posten werde für Schröder finanziell weniger lukrativ sein als die Aufgaben bei der Ostsee-Pipeline-Gesellschaft, beim Ringier-Verlag oder als seine Auftritte als Redner, berichtet die Zeitung. Häufig würden Beiratspositionen in Banken "nur" mit einem mittleren fünfstelligen Honorar pro Jahr vergütet. Schröder werde lediglich an zwei oder drei Beiratssitzungen im Jahr teilnehmen.
Schröders Wechsel an die Spitze des Aufsichtsrats des Konsortiums zum Bau der Ostsee-Gas-Pipeline war in Deutschland auf heftige Kritik gestoßen, weil Schröder das Projekt als Kanzler gefördert hatte. Die Gasleitung wird von einem Konsortium um den russischen Staatsmonopolisten Gazprom sowie den deutschen Konzernen E.on und BASF gebaut. Am 29. März soll Schröder zum Aufsichtsratschef gewählt werden.
har/rtr