Zeitungsberichte: WestLB will erste Bad Bank gründen - DER SPIEGEL
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Zeitungsberichte WestLB will erste Bad Bank gründen

Weg mit den toxischen Wertpapieren, her mit der sauberen Bilanz: Die WestLB wird Zeitungsberichten zufolge die erste Bad Bank in Deutschland beantragen. Rettungsfonds sollen faule Anlagen mit einem Gesamtvolumen von 80 Milliarden Euro übernehmen.
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Zentrale der WestLB in Düsseldorf: Bald Deutschlands erste Bad Bank?

Zentrale der WestLB in Düsseldorf: Bald Deutschlands erste Bad Bank?

Foto: A3276 Martin Gerten/ dpa

Düsseldorf - Vorwürfe wegen Untreue gegen einzelne Manager und umstrittene Spitzenlöhne: Die WestLB hat in letzter Zeit vor allem für negative Schlagzeilen gesorgt. Nun richtet man offenbar den Blick nach vorne. Mehrere Zeitungen berichten übereinstimmend, dass die nordrhein-westfälische Landesbank offenbar die erste Bad Bank in Deutschland gründen und faule Wertpapiere ausgliedern will. Noch vor Ende des Jahres sollen weitere Papiere und Geschäftsteile ausgelagert werden.

Nach Informationen des "Handelsblatts" und der "Börsen-Zeitung" würde die WestLB in einem ersten Schritt strukturierte Wertpapiere mit einem Volumen von 6,4 Milliarden in eine Zweckgesellschaft ausgliedern. Diese Gesellschaft stünde unter der Kontrolle des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin, bei dem bereits ein entsprechender Antrag sei gestellt worden sei.

Bei strukturierten Wertpapieren handelt es sich um hochkomplizierte Finanzprodukte, die die Krise ausgelöst haben. Diese Papiere haben auch zahlreiche Landesbanken in eine Schieflage gebracht haben. Die WestLB wollte sich zu dem für Ende September geplanten Schritt zunächst nicht äußern.

Die Zeitungen berichten außerdem mit Verweis auf mit dem Vorgang Vertraute, das Institut wolle später insgesamt ein Portfolio im Umfang von rund 80 Milliarden Euro in die sogenannte "Anstalt in der Anstalt" ("Aida") überführen. Diese Auffanggesellschaft ist eine eigene gemeinsame Bad Bank der Landesbanken.

Das sogenannte Bad-Bank-Gesetz soll Banken helfen, ihre Bilanzen von toxischen Wertpapieren zu bereinigen und die Folgen der Finanzkrise dadurch besser zu bewältigen. Nach Angaben der Bundesregierung könnten insgesamt Anlagen im Wert von Hunderten Milliarden Euro aus den Bankbilanzen ausgelagert werden.

Bisher haben sich laut "Handelsblatt" jedoch sowohl Landesbanken als auch private Institute wegen der aus ihrer Sicht ungünstigen Konditionen geziert, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die EU-Kommission fordert, dass die WestLB ihre Bilanzsumme im Gegenzug für Staatshilfen auf 140 Milliarden Euro halbiert.

kgp/dpa/ddp/AFP/Reuters