Zeitungsmarkt Pearson überprüft "FTD"-Engagement
London - Pearson prüfe derzeit mehrere Optionen, darunter auch eine Reduzierung seiner 50-prozentigen Beteiligung an der Zeitung, hieß es am Donnerstag in den Kreisen. Der Medienkonzern Pearson, der auch die britische "Finanical Times" herausgibt, hatte den deutschen Ableger vor drei Jahren zusammen mit dem Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr gegründet. Pearson könnte einen Anteil an der "FTD" zum Beispiel an Gruner + Jahr abgeben, hieß es in den Kreisen.
Pearson lehnte einen Kommentar zu den Angaben ab. Gruner + Jahr-Zeitungsvorstand Achim Twardy erklärte, der zum Bertelsmann-Konzern gehörende Verlag stehe fest zur "FTD". "Wir rechnen damit, dass auch Pearson weiterhin zu seinem Engagement als Gesellschafter steht."
Dass sich Pearson vollständig aus der "Financial Times Deutschland" zurückzieht, gilt auch als unwahrscheinlich. Denn der Verlag würde in einem solchen Falle eine Zeitung mit dem Markennamen des eigenen Flaggschiffs "Financial Times" vollständig dem Besitz eines Konkurrenten überlassen. "Ein solcher Schritt dürfte Pearson sehr schwer fallen", hieß es in den Kreisen.
Die "Financial Times Deutschland" hatte bei ihrer Gründung für Furore auf dem Markt für Wirtschaftszeitungen in Deutschland gesorgt und vor allem das konkurrierende "Handelsblatt" unter Druck gesetzt. Inzwischen liegt die Auflage der "FTD" bei mehr als 90.000, aber die Zeitung leidet, wie die gesamte Branche, unter der Anzeigenflaute. Weder Pearson noch Gruner + Jahr haben die Verluste der Tageszeitung je quantifiziert.