ZEW-Index: Konjunkturbarometer fällt erneut - DER SPIEGEL
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ZEW-Index Konjunkturbarometer fällt erneut

Der Überschwang währte nur kurz: Noch im Januar sprühten Anleger und Analysten in ihren Konjunkturerwartungen vor Optimismus. Doch jetzt fiel der daran ausgerichtete Index des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung schon zum zweiten Mal hintereinander wieder ab.
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Mannheim - Der Saldo der Konjunkturerwartungen sank dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) zufolge im April leicht von 63,4 Punkten im März auf 62,7. Damit ist das Stimmungsbarometer des Instituts, für das monatlich gut 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt werden, zum zweiten Mal hintereinander gefallen - nachdem es im Januar noch um neun Punkte auf 69,8 Punkte in die Höhe geschossen war. 

Die verhaltene Stimmung kommt überraschend: Von der Nachrichtenagentur dpa-AFX befragte Volkswirte hatten im Durchschnitt für diesen Monat mit einem Anstieg auf 65,0 Punkte gerechnet. Trotzdem liegt der Index aber weiter deutlich über seinem historischen Mittelwert von 35,3 Zählern. "Die Erwartungen der Finanzmarktexperten stagnieren, wenn auch auf hohem Niveau", erklärte ZEW-Chef Wolfgang Franz.

Hoher Ölpreis als großer Risikofaktor

Einen negativen Einfluss hätten Risikofaktoren wie der hohe Ölpreis und eine Abschwächung der Weltkonjunktur gehabt. An der Umfrage beteiligten sich 316 Analysten und institutionelle Anleger. Die Auftragseingänge - vor allem im Baugewerbe und im Automobilsektor - haben sich dagegen dem ZEW zufolge positiv auf den Indikator ausgewirkt; sie signalisierten einen fortgesetzten Aufwärtstrend der deutschen Investitionsgüterkonjunktur.

Die aktuelle Wirtschaftslage beurteilten die Experten sogar günstiger als im Vormonat, der entsprechende Indikator stieg auf plus 2,9 von minus 8,4 Punkten. Von Reuters befragte Volkswirte hatten im Schnitt mit einem Lagesaldo von minus fünf Punkten gerechnet. Der Saldo der Konjunkturerwartungen für die Euro-Zone sank um 2,4 Punkte auf 58,7 Zähler, der Lageindex stieg aber auch hier an: Um gut 12 Punkte auf 14,3 Zähler.

ase/dpa-AFX/Reuters