Zoff um Sparkurs: Daimler-Personalchef attackierte IG Metall - DER SPIEGEL
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Zoff um Sparkurs Daimler-Personalchef attackierte IG Metall

Im Konflikt um weitere Einsparungen beim Autobauer DaimlerChrysler wird der Ton schärfer. Personalvorstand Günther Fleig hat im Zusammenhang mit den geplanten Personalkürzungen harsche Kritik an der IG Metall geübt.
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Stuttgart - Die Gewerkschaft versuche durch eine "populistische Argumentation" einen Gegensatz zwischen Managern und Mitarbeitern zu konstruieren, sagte Fleig den "Stuttgarter Nachrichten". Zuvor hatte IG-Metall-Landeschef Jörg Hofmann erklärt, es gebe bei der Belegschaft wenig Verständnis dafür, dass sie "bluten" solle, damit sich die Verdienstaussichten des Managements durch eine Gewinnsteigerung verbessern.

Fleig warf der Gewerkschaft vor, ihrerseits eigennützige Ziele zu verfolgen. "Natürlich werfen auch die bevorstehenden Betriebsratswahlen und die Tarifrunde ihre Schatten voraus", erklärte der Personalchef.

Der Daimler-Personalvorstand bestätigte, dass es bei Mercedes nicht beim geplanten Abbau von 8500 Stellen bleiben wird. Diese Zahl umfasse lediglich die Mitarbeiter, die auf Grund einer Vereinbarung vorzeitig aus dem Unternehmen ausscheiden. Hinzu kämen Mitarbeiter, die regulär ausscheiden oder in Altersteilzeit gehen.

Von den Kürzungen soll auch die Konzernzentrale nicht ausgenommen werden. "Wir können die Lasten der notwendigen Produktivitätssteigerung und Kostensenkung nicht allein den Werken aufbürden. Vielmehr wird auch die Zentrale einen Verbesserungsbeitrag leisten müssen." Möglicherweise gebe es in der Zentrale auch Überlappungen zwischen Daimler- und Mercedes-Mitarbeitern. Dies müsse analysiert werden. "Es ist niemandem geholfen, wenn irgendwo unnötige Arbeit geleistet wird", sagte Fleig.

Schrempp erwartet mehr Synergien mit Chrysler

Ähnlich äußerte sich der scheidende Konzernchef Jürgen Schrempp gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. "Man muss schauen, welchen finanziellen Aufwand wir uns auch in der Zentrale leisten können, um den Konzern zu führen", erklärte der Manager.

Schrempp, der den Chefposten zum Jahreswechsel abgibt, erwartet von seinem Nachfolger Dieter Zetsche, dass dieser noch stärker als er selbst Synergien aus der Zusammenarbeit von Mercedes-Benz und Chrysler schöpfen kann. "Dieter Zetsche war zuletzt Chrysler-Chef, jetzt führt er die Mercedes Car Group. Mit diesem Hintergrund ist er bestens gerüstet, die Integration des Unternehmens noch intensiver voranzutreiben", sagte Schrempp.

Gleichzeitig brachte Schrempp eine Trennung von der Beteiligung an dem Luft- und Raumfahrtkonzern EADS   ins Spiel. Auf die Frage, ob nach dem Verkauf von MTU Friedrichshafen nun auch EADS als die letzte große Industriebeteiligung zur Disposition stehe, sagte der Konzernlenker, er persönlich sehe keine Veranlassung, hier Veränderungen vorzunehmen, fügte aber hinzu: "Ich bin sicher, dass man sich dies in den kommenden Jahren anschauen wird und immer wieder die Interessenlage unserer Aktionäre und die politische Situation überprüfen wird."

Gemessen an der aktuellen EADS-Marktkapitalisierung von 26,2 Milliarden Euro ist der Daimler-Anteil knapp acht Milliarden Euro wert. Schrempp galt als Befürworter der Beteiligung. Nachdem er seinen Rückzug angekündigt hatte, wurde Spekulation um eine schnellen Verkauf laut. Allerdings hat DaimlerChrysler in der Vergangenheit Veräußerungspläne stets zurückgewiesen.

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