Zu wenig Aufträge: Klavierbauer Schimmel insolvent - DER SPIEGEL
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Zu wenig Aufträge Klavierbauer Schimmel insolvent

Eine weitere Traditionsfirma ist in Not geraten: Deutschlands größter Klavierbauer Schimmel ist zahlungsunfähig. Wegen der Wirtschaftskrise gingen die Aufträge des Unternehmens massiv zurück - vor allem aus den USA gab es zuletzt deutlich weniger Bestellungen.
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Hamburg - Deutschlands größter Klavierbauer Schimmel ist pleite. Das Unternehmen habe am 31. Juli Insolvenz beim Amtsgericht Braunschweig beantragt, teilte Geschäftsführer Hannes Schimmel-Vogel am Dienstag mit. Ziel sei es, das Unternehmen und die 144 Arbeitsplätze im Rahmen einer Planinsolvenz aus der Krise zu führen.

Schuld an der Schieflage sei die Rezession, sagte Schimmel-Vogel weiter. So habe die Wirtschaftskrise zu einem Auftragseinbruch von 40 Prozent geführt. Das wichtige US-Geschäft sei zu zwei Dritteln weggebrochen. "Dies war in der nahezu 125-jährigen Unternehmensgeschichte sicherlich die größte Herausforderung seit der Weltwirtschaftskrise 1929", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Für die Zukunft gab sich Geschäftsführer Schimmel-Vogel dennoch optimistisch: "Für August haben wir aber eine ganz ordentliche Auftragslage." Auch der vom Amtsgericht bestimmte Insolvenzverwalter teilte mit, dass er nach erster Durchsicht der Unterlagen vielversprechende Ansätze für eine Sanierung sehe.

Die gesamte Klavierbaubranche bekomme die Krise deutlich zu spüren, erklärte der Vorsitzende des Bundesverbandes Klavier, Burkhard Stein. Der Auftragsrückgang erreiche 35 bis 40 Prozent. Der Exportanteil betrage im Durchschnitt 65 Prozent. Das mache die Klavierbauer besonders anfällig für Absatzeinbrüche im Ausland.

In Deutschland hingegen sei der Verkauf von Klavieren vergleichsweise stabil geblieben. Die Schwierigkeiten von Branchenprimus Schimmel könnten Zulieferern und damit möglicherweise auch anderen Klavierbaufirmen zu schaffen machen, sagte Stein.

yes/dpa

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