Zuviel Geld für die Waffenfabriken - DER SPIEGEL
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Zuviel Geld für die Waffenfabriken

• aus DER SPIEGEL 23/1981
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

US-Präsident Ronald Reagan beschert der amerikanischen Rüstungsindustrie mehr Aufträge, als die Waffenproduzenten verkraften können. Die Branche ist nach dem Vietnam-Boom Ende der sechziger Jahre um über ein Drittel geschrumpft. Die verbliebenen Unternehmen leiden unter Personalmangel. Allein im Raum Los Angeles suchten Rüstungsfirmen 1979 vergeblich nach 30 000 Ingenieuren.

Kritisch zudem der Nachschub von strategischen Rohstoffen: Titan ist derzeit knapp, Kobalt und Chrom kommen aus politisch unsicheren Ländern wie Zaire und Südafrika. Da ohne diese Mineralien Flugzeuge nicht zu bauen sind, will die Regierung zunächst einmal für 100 Millionen Dollar Vorräte anlegen.

Die knappen Kapazitäten der Waffenfabriken könnten Reagans Rüstungsprogramm -- die Ausgaben sollen von 143 Milliarden Dollar im vorigen Jahr auf astronomische 255 Milliarden Dollar im Jahr 1983 gesteigert werden -- noch teurer machen. Doch schon Mehrkosten von nur einem Prozent belasten den Haushalt mit zusätzlichen Ausgaben von neun Milliarden Dollar jährlich. Die rüstungsfreudige republikanische Senatsmehrheit und ihr Präsident werden noch mehr aus dem Sozialetat streichen müssen. Bisher wurden bis 1985 bereits 46 Milliarden Dollar gekürzt.

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