Das Interesse der bundesdeutschen Ärzte an internationalen Fortbildungskongressen der Bundesärztekammer hat in den letzten Jahren stark abgenommen - nicht zuletzt wegen »der 'spesenfeindlichen' Rechtsprechung der Finanzgerichte«, wie das Ärzteblatt »Medical Tribune« vermutet. 1977 nahmen noch 9563, im letzten Jahr nur noch 4259 Ärzte das internationale Fortbildungsangebot der Bundesärztekammer wahr. Da weniger Teilnehmergebühren einkommen, muß die ärztliche Standesorganisation die Auslandskongresse - bevorzugte Reiseziele: Davos, Badgastein, Grado und Meran - mit 900 000 Mark pro Jahr subventionieren. Über die Gründe, warum die schwach besuchten, teuren Kongresse fortgeführt werden, spekuliert »Medical Tribune": Für Kammerfunktionäre sei es zur schönen Tradition geworden, die Arbeit in Köln »von Zeit zu Zeit durch einen vollbezahlten Arbeitsausflug ... in schönere Gefilde unterbrechen zu können«.
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