VERKEHR Ampel denkt mit
Die Ampel, Inbegriff automatenhafter Sturheit, könnte den Verkehr viel intelligenter steuern. Das ist die Idee, die der Verkehrsforscher Robert Hoyer an der Universität Kassel verfolgt. Die schlaue Ampel, die dort entwickelt wird, steht über die verbreitete W-Lan-Technik mit den Autos in ihrem Umkreis in Funkverbindung. Sie weiß deshalb, wie viele Wagen schon warten und wie lange; sie kennt sogar die Abbiegewünsche der Fahrer, sofern diese den Blinker gesetzt haben. So ließe sich der Verkehr viel gleichmäßiger verteilen. Auch für die Fahrer wären die Vorteile beträchtlich: Grüne Wellen könnten flexibler gesteuert werden, indem die Ampel die letzten Autos im Pulk, die sonst oft genug hängenbleiben, auch noch durchlässt. Die Fahrer wiederum sehen schon weit vor der Ampel, ob diese noch bei Grün zu schaffen ist oder wie lange die Rotphase noch dauert. In entsprechend ausgerüsteten Autos könnten die Ampeln sogar während der Rotphase den Motor abstellen und ihn bei Grün automatisch wieder zünden. Im simulierten Betrieb funktioniert die Technik bereits - demnächst wird sie an drei aufeinanderfolgenden echten Ampelkreuzungen erprobt.