MEDIZIN Autismus im Silicon Valley
In Kalifornien hat sich die Zahl der Patienten mit Autismus in den letzten acht Jahren mehr als verdreifacht. Pro Tag werden sieben neue Fälle der Krankheit gemeldet. 85 Prozent der Betroffenen sind Kinder. Besonders im Silicon Valley, Hochburg der Computer-Freaks, leiden überdurchschnittlich viele Jugendliche an der Krankheit oder ihrer milderen Variante, dem Asperger Syndrom. Den Patienten fehlen grundlegende soziale Fähigkeiten: Sie verlieren sich häufig in technischen Monologen oder halten Ordnung bis zur Obsession. Forscher vermuten nun, dass die vom Branchenblatt »Wired« »Geek-Syndrom« getaufte Krankheitshäufung genetische Ursachen haben könnte: Dieselben Gene, die das Genie der Silicon-Valley-Programmierer beförderten, könnten im Übermaß bei deren Kindern zur Krankheit führen, befürchtet etwa der Neurologe Dan Geschwind von der University of California. Als Triebfeder dieses Trends gilt auch der Erfolg der Techniktalente. »Zu einer anderen Zeit hätten diese Leute als Mönche gearbeitet und neue Tinte für frühe Druckpressen entwickelt«, sagt die Medizinerin Bryna Siegel. »Heute jedoch verdienen sie 150 000 Dollar im Jahr und pflanzen sich sehr erfolgreich fort.«