Krankenhäuser Begehrte Kunden
Noch immer sind arabische Ölmilliardäre gerngesehene Patienten an großen US-Kliniken. Scheich Said Bin Sultan al Nahayan, Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate etwa, beehrte im September die Mayo-Klinik in Rochester, US-Staat Minnesota, und blieb mit seinem 140köpfigen Hofstaat wegen eines Eingriffs im Nacken fünf Wochen da. Doch zunehmend versuchen die medizinischen Zentren ihre knappen Etats nicht nur mit der Behandlung von reichen Patienten aus aller Welt aufzufüllen. Häufig, etwa wenn bei komplizierten Fällen in den Heimatländern der Patienten die Einrichtungen oder Fachärzte fehlen, werden die Kosten der Behandlung auch von den Krankenkassen dort übernommen. US-Kliniken wie das Johns Hopkins Medical Center in Baltimore haben eigene internationale Dienste eingerichtet. Die Zahl der Import-Patienten stieg dort innerhalb von zwei Jahren von 600 auf 7200. Und während die für ihren Massendurchsatz von Herz- und Gefäßoperationen berühmten Kliniken in Houston (Texas) bei den US-Patienten mit einer Gewinnmarge von acht Prozent rechnen, bringen ihnen die ausländischen Gastpatienten durchschnittlich 25 bis 30 Prozent Profit.