Beredsame Hände - DER SPIEGEL
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PSYCHOLOGIE Beredsame Hände

• aus DER SPIEGEL 48/1998
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Würden Redner wie beispielsweise Joschka Fischer bei einer Bundestagsdebatte ihre Worte auch dann mit so lebhaften Hand- und Armbewegungen begleiten, wenn sie wüßten, daß sie zu blinden Zuhörern sprechen? Und sind solche schon bei Kleinkindern und in allen Kulturen zu beobachtenden Gesten von Vorbildern erlernt? Psychologen der Indiana University in Bloomington kamen nach einer Versuchsreihe mit blind geborenen Kindern zu dem eindeutigen Resultat: Das Sprechen mit den Händen sei »ein integraler Bestandteil des Sprachprozesses«, es bedürfe »weder eines Vorbildes noch eines Beobachters«. Die blinden Kinder benutzten zur Untermalung ihrer Aussagen vergleichbar häufig die gleichen oder ähnliche Gesten wie sehende Kinder - auch wenn sie wußten, daß ihre Zuhörer gleichfalls blind waren.

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