COMPUTER Bioautomat als Spieler
Bei komplizierten Berechnungen stoßen herkömmliche Computer oft an ihre Grenzen. Bioautomaten, die mit Erbgutschnipseln statt Elektronen rechnen, könnten ein Ausweg sein. Nun hat ein Biorechner sogar Unterhaltungsqualitäten bewiesen: Über hundertmal ließen zwei Wissenschaftler ihren Automaten gegen Menschen im Strategiespiel »Tic Tac Toe« antreten, bei dem es darum geht, wer zuerst drei Spielsteine zu einer Reihe kombiniert. Nicht ein einziges Mal unterlag der Automat (der allerdings stets den ersten Zug hatte). Wie der Biorechner seine Spielzüge errechnete, klingt indes sehr kompliziert: In einem biochemischen Prozess finden sich Erbgutschnipsel zusammen, wodurch sich die optimale Lösung für eine gestellte Rechenaufgabe ergibt. Eine Viertelstunde dauerte es, bis der Biocomputer auf diese Weise einen neuen Spielzug ersonnen hatte. Schon in zehn Jahren ließen sich derlei »molekulare Automaten« im menschlichen Körper einsetzen, hofft Milan Stojanovic, einer der Forscher: In erkranktem Gewebe könnten sie die Dosierung von Medikamenten errechnen.