Bitzel aus zweiter Hand - DER SPIEGEL
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UMWELT Bitzel aus zweiter Hand

• aus DER SPIEGEL 52/2001
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Cola und andere Limonaden könnten künftig Abgase aus der Ölindustrie enthalten. Der Chemiekonzern Shell Chemicals hat angekündigt, mehr als 60 Prozent der Kohlendioxid-Abgase seiner Scotford-Fabrik in Kanada an Limonaden-Hersteller verkaufen zu wollen. Bislang pustet die Fabrik das bei Verbrennungsprozessen entstehende CO2 einfach in die Luft, wo es zur Klimaerwärmung beiträgt. Nun jedoch sollen bis zu 62 000 Tonnen des farb- und geruchlosen Treibhausgases jährlich an das benachbarte Unternehmen Air Liquide verkauft und dort für den Gebrauch in Limonaden aufbereitet werden. Der Bitzel aus zweiter Hand macht es für Air Liquide überflüssig, eigens Kohlendioxid für die Getränkeherstellung zu produzieren. Im Gegenzug liefert die Firma der Shell-Fabrik Strom aus eigener Produktion. Der kanadische Tauschhandel ist nur eines der Müllgeschäfte des Shell-Konzerns. Auch die Abgase der Shell-Fabrik im niederländischen Moerdijk macht das Unternehmen zu Geld. Rund 40 000 Tonnen Kohlendioxid jährlich gehen von dort an die Schweizer Firma Omya, die aus dem Gas Kalziumkarbonat zur Bleichung von Papier herstellt.

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