Blieb der Rinderwahn jahrelang unentdeckt? - DER SPIEGEL
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BSE Blieb der Rinderwahn jahrelang unentdeckt?

• aus DER SPIEGEL 47/2003
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Das erste an BSE erkrankte Rind hätte in Deutschland schon zehn Jahre früher entdeckt werden können. Das behauptet der Statistiker Hans-Jochen Luhmann vom Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie. »Das amtliche Monitoring war unprofessionell angelegt«, kritisiert Luhmann, »es wurden nur Rinder getestet, die von Bauern oder Tierärzten als verhaltensauffällig gemeldet wurden.« Aktive Probennahme, die viel eher zu einem BSE-Fund geführt hätte, sei dagegen unterblieben. Anhand der realen BSE-Fallzahlen von 2001 hat Luhmann jedoch herausgefunden, dass die Untersuchung der Gruppe der not- oder krank geschlachteten Rinder schon in einem von 350 Fällen zu einem positiven Rinderwahn-Fall führte. »Hätte man schon in den neunziger Jahren gezielt Rinder aus einer solchen Risikogruppe untersucht, so wäre der erste BSE-Fall in Deutschland wahrscheinlich bereits 1991, spätestens aber 1994 ermittelt worden«, glaubt der Statistiker. Tatsächlich wurde erst im Jahre 2000 in Schleswig-Holstein der erste deutsche BSE-Fall entdeckt. In diesem Jahr wurde bisher bei 45 Kühen Rinderwahn diagnostiziert.

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