»Die Möglichkeit ist sehr real« - DER SPIEGEL
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KLONEN »Die Möglichkeit ist sehr real«

Robert Lanza, Klon-Pionier der amerikanischen Biotech-Firma Advanced Cell Technology, über den angeblich ersten Menschenklon
• aus DER SPIEGEL 1/2003
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

SPIEGEL: Am zweiten Weihnachtstag sei Eve, ein geklontes Mädchen, auf die Welt gekommen, behauptet Brigitte Boisselier von der Raëlianer-Sekte. Vier weitere Klone würden in einigen Wochen geboren. Was ist davon zu halten?

Lanza: Bisher fehlen jegliche wissenschaftliche Daten, daher bin ich skeptisch. Die Raëlianer haben bislang keine Forschungserfahrung vorzuweisen. Sie haben noch nicht einmal eine Maus oder ein Kaninchen geklont.

SPIEGEL: Wäre es denn technisch überhaupt machbar, einen Menschen zu klonen?

Lanza: Die Technik dazu existiert ja bereits, und es geht sogar leichter, als wir dachten. Wir selbst haben im vergangenen Jahr menschliche Embryonen geklont, die das Vier- bis Achtzell-Stadium erreicht haben.

SPIEGEL: Welches Ziel verfolgten Sie?

Lanza: Wir wollten erforschen, wie man therapeutische Gewebe herstellen kann, und ließen die Embryonen in der Kulturschale. Aber es ist sehr gut möglich, dass die geklonten Embryonen in der Gebärmutter einer Frau zu einem Kind herangewachsen wären. Es gibt eine sehr reale Möglichkeit, dass Leute wie die Raëlianer oder der italienische Reproduktionsmediziner Antinori beim Klonen Erfolg hatten, zumal, wenn sie auf ausreichend viele Eizellen zugreifen konnten.

SPIEGEL: Welchen Beweis wollen Sie sehen, bevor Sie an das erste Klon-Kind glauben?

Lanza: Der Wissenschaftsjournalist Michael Guillen wird der Mutter und dem angeblichen Klon-Kind Blut abnehmen und die DNS-Proben in den nächsten Tagen von unabhängigen Laboren vergleichen lassen. Guillen ist seriös. Seinem Urteil werde ich vertrauen.

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