UMWELT Dioxin im Kraftfutter
Nach jahrelangem Rückgang der Dioxinbelastung messen die Behörden seit einigen Monaten erhöhte Werte des Supergifts in Lebensmitteln. Betroffen sind Milch, Butter, Sahne und Fleisch aus ganz Deutschland. War die durchschnittliche Dioxinmenge in Milch auf 0,5 Picogramm pro Gramm Fett gesunken, so wiesen einzelne Proben nun dreimal soviel auf. Ein Bauer aus Südbaden mußte gar seine mit 4,83 Picogramm Dioxin belastete Milch als Sondermüll entsorgen. Quell der krebserregenden Stoffe sind Zitruspellets aus Brasilien, die bei der Orangensaftherstellung anfallen und an Milchkühe verfüttert werden. Giftträchtig waren vor allem Pellets der Firma Coimbra Frutesp - sie enthielten 147 Picogramm Dioxin pro Gramm. Der Erzeugerverband Abecitrus vermutet, der Hersteller habe beim Trocknen der Orangenschalen Heizöl verwendet, das mit Perchlorethylen vermengt war. Möglicherweise wurde das Viehfutter auch mit Kalk aus der Rauchgasreinigung gestreckt. Inzwischen hat die EU einen Dioxin-Grenzwert für den Futterzusatz erlassen.