Easy Reader
Sieben Millionen der jüngsten amerikanischen Fernsehzuschauer lassen sich täglich eine Stunde in die »Sesame Street« entführen (SPIEGEL 15/1971). Demnächst werden dort auch deutsche Kinder im Vorschulalter beobachten, zählen und buchstabieren lernen können, in einigen Dritten Programmen der ARD. Unterdes baut der Children's Television Workshop, der die kurzweilige Lehr-Show produzierte, zu ähnlichen Zwecken erstmals eine totale TV-Welt auf: ein Stakkato aus traditionellen Filmsequenzen, elektronischen Tricks, Cartoons, Geisterstimmen und Buchstabenspielen. Mit dieser »Electronic Company«, die ab Oktober jeden Wochentag in 150 Folgen staatenweit ausgestrahlt wird, sollen Sieben- bis Zehnjährige besser laut und leise lesen lernen -- und Gelesenes tatsächlich verstehen. Stars der Serie, die vom US-Erziehungsministerium der Ford Foundation und der Carnegie Corporation mit sieben Millionen Dollar finanziert wird, sind etwa »Decoder«, ein Wort-Detektiv, und die unersättliche Leseratte »Easy Reader«.