HMS »Hawke« Womöglich Wrack aus dem Ersten Weltkrieg gefunden
HMS »Hawke« vor dem Untergang: Dokumente haben beim Auffinden geholfen
Foto: United Archives / IMAGO»Es ist eine wirklich bemerkenswerte Zeitkapsel«, sagte Steve Mortimer der BBC. Die Zeitkapsel? Womöglich handelt es sich dabei um das Wrack der HMS »Hawke«, einem verschollenen Kriegsschiff der Royal Navy, das im Ersten Weltkrieg eingesetzt und von einem Torpedo getroffen wurde. Mortimer ist Taucher und engagiert sich bei dem Projekt Lost in Waters Deep, einer Gruppe, die in schottischen Gewässern nach Schiffswracks sucht, um an Kriegsverluste zu erinnern. Sie will das Wrack gefunden haben.
Bei seinen Nachforschungen griff das Team auf alte Dokumente zurück, etwa das Notizbuch eines U-Boot-Kommandanten, heißt es bei der BBC. So hätte die Gruppe nachvollziehen können, wo sich das U-Boot ungefähr befunden haben musste, als es den Torpedo abfeuerte. Auch Logbücher anderer Marineschiffe hätten dabei geholfen.
Tassen, Schüssel und Teller
Vergangene Woche wurde das Team schließlich fündig, heißt es weiter. Erfahrene Personen seien vor der schottischen Küste in 110 Meter Tiefe getaucht. »Es hat jahrelange Forschung gebraucht, aber vor Ort dann nur ein paar Stunden«, sagte Mortimer. Die Zeit auf dem Meeresgrund sei der HMS »Hawke« zwar anzusehen, dennoch sei sie in einem bemerkenswerten Zustand.
»Es gibt einen wunderbaren Kapitänsgang am hinteren Teil des Hecks«, sagte Mortimer. Außerdem sei ein großer Teil des Decks noch vorhanden und es gebe eine Menge Geschirr der Royal Navy. »Man kann in die Bullaugen schauen und Räume mit Artefakten sehen – Teetassen, Schüsseln und Teller, die einfach auf dem Boden liegen.«
Etliche Tote
Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs nahm die HMS »Hawke« etwa an Blockadeaufgaben zwischen Shetland und Norwegen teil, heißt es in dem Bericht. Im Oktober 1914 sei das Geschwader weiter südlich in der Nordsee eingesetzt worden, um deutsche Kriegsschiffe daran zu hindern, Truppenkonvois aus Kanada anzugreifen. Im Oktober 1914 sei es schließlich von einem Torpedo des deutschen U-Boots »U-9« getroffen worden. Das Wrack sei die Ruhestätte von 524 Matrosen.
Offenbar wurde das Schiff von dem Angriff überrascht, heißt es weiter. Viele Bullaugen seien noch offen gewesen, so Mortimer. Nach der Explosion sei es in weniger als acht Minuten gesunken, heißt es in dem Bericht. Nur 70 Seeleute hätten den Angriff überlebt. Das Schiff fing Feuer und sank nach einer Explosion. Der BBC zufolge hoffe man, dass die Royal Navy den Fund in den kommenden Wochen bestätigen werde.