NATURKATASTROPHEN Ewiger Schlammvulkan auf Java
Vor fast genau drei Jahren brach auf Java ein Schlammvulkan aus - und noch immer zeigt er keinerlei Anzeichen von Ermüdung. Nach wie vor spuckt er jeden Tag über 100 000 Kubikmeter heißen Matsches - genug, um 50 olympische Schwimmbecken zu füllen. Ganze Dörfer und Dutzende Fabriken sind nahe der Stadt Surabaya bereits in der Brühe verschwunden, mehr als 40 000 Menschen wurden obdachlos. Für weitere 100 000 Menschen besteht akute Gefahr, wie der australische Geologe Mark Tingay berichtet. Unter dem wachsenden Gewicht der Schlammmassen sinke der Boden ab - und zwar so sehr, dass Wohnhäuser Schaden nehmen und zum Teil deren Einsturz droht. Der Vulkan ist für Forscher ein komplettes Rätsel geblieben. Er könne noch drei Jahre aktiv bleiben, sagt Tingay, aber ebenso gut »noch Hunderte von Jahren«. Verschwinden werde er auch »in Tausenden von Jahren nicht«. Verzweifelt versuchen die Behörden, den Matschsee einzudeichen, doch alle Deiche bieten nur temporären Schutz. Der Schlammvulkan war vermutlich entstanden, weil der indonesische Erdölkonzern Lapindo bei der Ölsuche schlampig gebohrt hatte. Klagen der Opfer auf höhere Entschädigungen sind bisher erfolglos geblieben; nur wenige bekamen Geld oder neue Wohnungen.