»Freischaffender Prophet«
ist die selbstgewählte Berufsbezeichnung des britischen Science-fiction-Autors Arthur C. Clarke, der in seinem Genre zu den erfolgreichsten Schriftstellern dieses Jahrhunderts zählt. In mehr als 600 Romanen, Kurzgeschichten und Essays hat Clarke, 75, viele Zukunftsentwicklungen frühzeitig vorausgesagt - von der Antibabypille bis zu den Wetter- und Nachrichtensatelliten.
In seinem Haus in Colombo (Sri Lanka), wo er seit 1955 lebt, entwirft Clarke, Sohn eines englischen Postmeisters, am Computer planetarische Zukunftswelten: »Wir werden den Mars in einen Garten verwandeln«, schwärmt er.
Umsorgt von sechs Angestellten, die er seine »Familie« nennt, schreibt der gehbehinderte Bestseller-Autor rastlos an neuen Zukunftsvisionen. Sie verbreiten, anders als etwa die düsteren Projektionen des polnischen Science-fiction-Autors Stanislaw Lem, unerschütterlichen Optimismus.
In Colombo kann der dreifache Ehrendoktor die Millionenerträge aus seinen Büchern in Ruhe genießen - steuerfrei: Nicht zuletzt auf Drängen Clarkes, der bis 1941 als britischer Finanzbeamter diente, hat die Regierung von Sri Lanka »residierende Gäste« von Steuerabgaben befreit.