Friedhof der Bomber - DER SPIEGEL
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Friedhof der Bomber

• aus DER SPIEGEL 20/1981
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In flirrender Wüstenhitze, nahe den Blauen Bergen und der Stadt Tucson im US-Staat Arizona, liegt das wohl unheimlichste Flugfeld der Welt. Dort winseln keine Turbinen. Aufgereiht nach Typen, stehen rund 4000 amerikanische Flugzeug-Veteranen aus drei Kriegen in gespenstischer Ruhe auf dem ausgemergelten Boden.

Tagelang ist der deutsche Photograph Manfred Hamm durch die Formation der Geister-Armada gestromert, deren metallene Leiber nun Wildtauben, Klapperschlangen, Eidechsen und Kleinnagern als Heimstatt dienen. Eine Auswahl seiner Bilder, mit Texten des Journalisten Rolf Steinberg, hat Hamm in einem Photo-Buch »Ikarus auf dem Schrottplatz« veröffentlicht.

( Manfred Hamm/Rolf Steinberg: »Ikarus ) ( auf dem Schrottplatz«. Nicolai''sche ) ( Verlagsbuchhandlung, Berlin; 62 Seiten; ) ( 25 Mark. )

Die ganze Kameraausbeute ist auf einer Photoschau in Berlin vom 15. Mai bis zum 28. Juni (Berlinische Galerie) zu besichtigen.

Stumm und flügellahm bilden die Veralteten nun Amerikas »Rüstungskehricht«, dessen Wert das Pentagon immerhin noch mit fünf Milliarden Dollar veranschlagt. Da sind lange Reihen des Düsen-Trainers T-33 aufgefahren. Daneben gammeln Geschwader von C-47-Transportern, aus denen die alliierten Fallschirmjäger bei Arnheim in den Tod sprangen, oder Pulks von B-52-Fernbombern, die vietnamesischen Waldbewohnern Feuer und Tod gebracht haben.

»Einen uralten Mythos der Antike« meinen die Autoren in dem Friedhof der Bomber zu erblicken. Nur ein Teil der Maschinen ist als Ersatzteilspender ausgeschlachtet und zu Schrott gefleddert worden. Manch eingemotteter Fließband-Ikarus ließe sich binnen kurzem wieder flottmachen.

S.225Manfred Hamm/Rolf Steinberg: »Ikarus auf dem Schrottplatz«.Nicolai''sche Verlagsbuchhandlung, Berlin; 62 Seiten; 25 Mark.*

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