Gefährliche Infusion - DER SPIEGEL
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MEDIZIN Gefährliche Infusion

• aus DER SPIEGEL 19/2000
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Vor den Risiken durch künstliche Ernährung im Brutkasten warnt die norwegische Kinderärztin Ann Mari Brubakk von der Universität Trondheim: Luftbläschen im Infusionsschlauch, der Frühgeborenen Nährlösung zuführt, können offenbar zu Hirnschäden führen. Die Infusionslösungen gefährden die Frühchen, wenn im noch unreifen Organismus der Babys Luftembolien entstehen. Auf diese Weise ausgelöste Durchblutungsstörungen, die eine Art Schlaganfall bewirken, könnten Ursache der bei Frühgeborenen häufig beobachteten Hirnschäden sein, berichtet die Neonatologin in der Zeitschrift der norwegischen Wissenschaftsorganisation Sintef. Normalerweise nimmt das Blut den Umweg über die Lungen, wo es vor dem Weitertransport gefiltert wird. Das bei den Frühchen noch nicht geschlossene »ovale Fenster« im Herzen ermöglicht jedoch den Transport von Infusions-Luftbläschen auf direktem Weg ins Gehirn. Über das fötale Loch in der Vorhofscheidewand, das sich normalerweise gleich nach der Geburt schließt, gelangen die Bläschen unmittelbar in Arterien, die auch das Gehirn versorgen. Je kleiner die Patienten, desto größer sei, wegen des geringen Durchmessers der Blutgefäße, das Risiko für das zarte Gefäßsystem, folgert die Ärztin aus Versuchen mit neugeborenen Schweinen.

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