Gendefekt nach Giftflut - DER SPIEGEL
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UMWELT Gendefekt nach Giftflut

• aus DER SPIEGEL 22/2001
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Mehr als drei Jahre nach der verheerenden Umweltkatastrophe nahe des spanischen Doñana-Nationalparks leidet die Tier- und Pflanzenwelt noch immer unter den Folgen der Giftflut. Wissenschaftler der Universität Sevilla wiesen bei den Weißstörchen der Region Schädigungen des Erbguts nach, die sie auf anhaltend hohe Schwermetallkonzentrationen in den Böden zurückführen. Das Erbgut der Tiere sei bis zu 20-mal stärker geschädigt als das von Weißstörchen umliegender Gebiete. Auch einige Greifvögel zeigen schwere Schäden. Es könne noch Jahre dauern, bis sich das Leben normalisiere, so der Zellbiologe Felipe Cortés. Bereits im Januar hatten Wissenschaftler Spuren von Zink, Arsen, Cadmium und Blei im Boden und in den Pflanzen festgestellt. Die Umweltkatastrophe war im April 1998 durch das Bersten eines Abwasserbeckens des Bergwerksunternehmens Boliden ausgelöst worden. Zwei Millionen Tonnen Giftschlamm und 5,5 Millionen Kubikmeter verseuchten Wassers flossen auf eine Fläche von 6000 Hektar. Das wegen der tödlichen Flut eingeleitete Ermittlungsverfahren gegen Boliden wurde Ende vergangenen Jahres ergebnislos eingestellt.

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