GEOLOGIE Großfusion der Erdteile
Das gibt ein Getöse: Der afrikanische Kontinent schiebt sich in den europäischen hinein und wirft ein Gebirge groß wie der Himalaja auf. Von Westen rumpeln die amerikanischen Landmassen heran, während Australien nordwärts strebt und mit Asien verklumpt. So sieht die Zukunft des Erdballs aus, wenn es nach dem texanischen Geologen Christopher Scotese geht. Der Großteil der Landmassen, meint Scotese, werde fusionieren zu einem Superkontinent, den er Pangäa Ultima nennt. Schon in 250 Millionen Jahren könnte es so weit sein. Für die nächsten 50 Millionen Jahre ist die Prognose nicht allzu gewagt. Afrika wandert zum Beispiel bereits seit geraumer Zeit gen Europa; das Mittelmeer, einst ein riesiger Ozean, wird wohl bald verschwunden sein. Was danach geschieht, ist schwerer zu weissagen. Wird sich der atlantische Ozeanboden wirklich eines Tages so weit ausgedehnt haben, dass er unter eine angrenzende Kontinentalplatte gerät und mit zunehmender Geschwindigkeit ins Erdinnere flutscht? Wird dann der amerikanische Kontinent, wie Scotese vermutet, die Richtung wechseln und auf Europa zukriechen? Sollte der Geologe Recht behalten, schließt sich jedenfalls ein Kreis: Pangäa Ultima ähnelt dem Urkontinent Pangäa. Der begann vermutlich vor ebenfalls 250 Millionen Jahren in die heutigen Erdteile auseinander zu brechen.