MEDIZIN Hasch gegen Rheuma
Englische und israelische Ärzte haben aus einem Brocken Haschisch eine Substanz isoliert, die möglicherweise gegen Rheuma hilft. Cannabidiol, so der Name der Substanz, wurde rheumakranken Mäusen entweder unters Fell gespritzt oder - in Olivenöl aufgelöst - an sie verfüttert. Wie die Mediziner jetzt in den amerikanischen »Proceedings of the National Academy of Sciences« berichten, habe die Behandlung in beiden Fällen das Fortschreiten des Leidens gestoppt und die Symptome gebessert. Rheumatoide Arthritis gilt als so genannte Autoimmunkrankheit; Zellen des Immunsystems attackieren die eigenen Gelenkhäute und bewirken dort schmerzhafte Entzündungen. Offenbar greift Cannabidiol in diesen Mechanismus ein: Den Tierversuchen zufolge dämpft die Substanz bestimmte Immunzellen. Überdies minderte sie krankhafte Veränderungen an den Gelenken der Hinterbeine. Nun planen die Ärzte erste Versuche an Menschen. Einen Haschtrip werden die Testpersonen nicht erleben. Im Unterschied zu anderen Inhaltsstoffen der Hanfpflanze Cannabis sativa entfaltet das Cannabidiol keinerlei Wirkung auf das Seelenleben des Menschen.