Diabetes Hilfe bei Spätschäden?
Viele Zuckerkranke leiden mit fortschreitender Krankheit an der sogenannten diabetischen Neuropathie - einem Funktionsverlust peripherer Nerven. Symptome sind ein schmerzhaftes Brennen in Händen und Füßen; Impotenz, Inkontinenz sowie Verdauungsbeschwerden sind häufig die Folge. Mitunter kommt es zu Durchblutungsstörungen, welche die Amputation von Fuß oder Unterschenkel notwendig machen. In Tierexperimenten hat der Biochemiker Douglas Ishii von der Colorado State University jetzt nachgewiesen, daß diese Schäden nicht, wie bislang angenommen, auf einen zu hohen Blutzuckerspiegel bei den Patienten zurückzuführen sind, sondern auf die mangelnde Produktion insulinähnlicher Wachstumsfaktoren ("IGF-1« und »IGF-2"), die neben der fehlenden oder zu geringen Insulinproduktion zum Bild der Zuckerkrankheit gehört. Wie Ishii und seine Kollegen im Journal of Neuroscience Research, Experimental Neurology and Brain Research Reviews berichten, konnten sie bei zuckerkranken Ratten die Nervenstörungen durch Injektionen eines der Wachstumsfaktoren verhindern, obwohl die Blutzuckerspiegel der Ratten erhöht blieben. Mögliche klinische Konsequenzen aus seiner Theorie erwartet Ishii allerdings erst in einigen Jahren.