Hilfe für Diabetiker - DER SPIEGEL
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MEDIZIN Hilfe für Diabetiker

• aus DER SPIEGEL 45/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Zum ersten Mal scheint die Vision vom U-Boot im Blut Wirklichkeit zu werden: Eine winzige Hülse aus Silikon soll in Zukunft Diabetikern die Insulinspritze ersparen. Das durchs Blut zirkulierende Röhrchen, ungefähr ein Zehntel Millimeter klein, umschließt eine Art Schwamm aus faserigem Kollagengewebe. In diesem so genannten biologischen Mems (Mikroelektromechanisches System) stecken Pankreaszellen vom Schwein, Hund oder von der Maus, die Insulin produzieren. Konstruiert hat das Nano-Käpselchen die Bio-Ingenieurin Tejal Desai von der University of Illinois in Chicago. Der Trick ihres Mini-U-Boots sind seine Lecks: Die messen 20 Nanometer im Durchmesser (zum Vergleich: ein Haar ist um die 100 000 Nanometer dick). Insulin kann durch diese Poren austreten, aber die Abwehrzellen und Antikörper des Immunsystems, die sich sonst gegen die fremden Zellen richten würden, können nicht eindringen. Bei zuckerkranken Ratten funktioniert das Implantat bereits: Sie kommen wochenlang ohne Insulininjektion aus.

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