ARTENSTERBEN Hoher Preis
Vor 10 000 Jahren, als schätzungsweise 10 Millionen Menschen die Erde bevölkerten, tummelten sich allein auf dem afrikanischen Kontinent neben zahlreichen anderen Primaten zwischen 20 Millionen und 40 Millionen Paviane. Erst um 1930, als der Mensch die 2-Milliarden-Marke erreichte, gab es von seiner Spezies mehr als von allen anderen 232 Primatenarten zusammengenommen. Mit der Zunahme der Weltbevölkerung auf mittlerweile nahezu 6 Milliarden aber ist auch ein »beispielloser Rückgang« bei vielen anderen Primaten zu verzeichnen. »Niemand zahlte einen höheren Preis für unsere ökologische Vorherrschaft als unsere nächsten Verwandten«, resümiert der amerikanische Wissenschaftler John Tuxill nun in einem Bericht des Washingtoner Worldwatch Institute. So haben beispielsweise die Orang-Utans in den letzten 20 Jahren 80 Prozent ihrer natürlichen Lebensräume in den Tropenwäldern eingebüßt. Die Zerstörung von 90 Prozent der Tiefland-Regenwälder Vietnams seit 1950 und die einheimischen Jäger haben den stumpfnasigen Tonkin-Affen zum wahrscheinlich rarsten Primaten werden lassen - nicht einmal mehr 200 der Tiere gibt es außerhalb von Zoos. Fast die Hälfte aller Primatenarten ist mittlerweile vom Aussterben bedroht.