GESCHICHTE Hommage an das Mittelalter
Dem Mittelalter verdanken wir den Buchdruck, die Universität und die arabischen Ziffern - so weit, so bekannt. Doch was ist mit den anderen Errungenschaften aus jener Epoche, die noch heute unser Leben bereichern? Der moderne Mensch sitzt bei Tisch, isst seine geliebte Pasta mit der Gabel, wärmt sich am Kaminfeuer und freut sich über das Schnurren der Hauskatze - und weiß doch kaum, dass er auf all das ohne den Erfindungsreichtum des Mittelalters verzichten müsste. Wie auch auf vieles andere mehr, das ihm seit Jahrhunderten die Existenz erleichtert: Gartenschubkarren und Brillen, Banken und Unterhosen, Knöpfe, Betäubungsmittel, Kompasse und Räderuhren. Die italienische Mittelalterforscherin Chiara Frugoni pflückt in einem soeben erschienenen Buch ein abwechslungsreiches Bouquet mittelalterlicher Zivilisationsleistungen. Ihre Abhandlung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, liest sich dafür aber wunderbar anregend, bringt Licht in manchen Urheber-Krimi und schwelgt in der Pracht von fast hundert mittelalterlichen Farbabbildungen.
Chiara Frugoni: »Das Mittelalter auf der Nase. Brillen, Bücher,Bankgeschäfte und andere Erfindungen des Mittelalters«. C. H. BeckVerlag, München; 200 Seiten; 24,90 Euro.