John Brockman - DER SPIEGEL
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Wissenschaft John Brockman

• aus DER SPIEGEL 8/2000
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behauptet von sich: »Ich habe alle zehn Jahre eine Idee.« Nachdem ihn 17 Universitäten wegen miserabler Schulnoten abgelehnt hatten, fand er mit Glück überhaupt einen Studienplatz. Kaum den Abschluss in Wirtschaft in der Tasche, kam es Brockman, heute 58, Mitte der sechziger Jahre in den Sinn, als Kunstproduzent und Impresario nach Manhattan zu gehen, wo er Filmfestivals organisierte. 1967 eröffnete er mit Freunden eine Multimedia-Discothek in einer alten Flugzeughalle, arbeitete als Motivator in einer Firma für Damenbinden und wurde ein Groupie von Andy Warhol. Wenig später war der Mann mit dem italienischen Herrenfilzhut auf einmal abgetaucht - um sich, mit mäßigem Erfolg, als Autor zu versuchen. Doch das Schreiben brachte ihn auf seine beste Idee: Literaturagent zu werden. Auf dem schwierigen Markt naturwissenschaftlicher Sachbücher handelte er für seine Klienten, schreibende Forscher oder Wissenschaftsjournalisten, Vorschüsse in oft sechsstelliger Höhe aus. Viele seiner Autoren wurden zu Stars wie etwa Daniel Goleman, dessen »Emotionale Intelligenz« bisher mehr als fünf Millionen Mal verkauft wurde. Ob Evolution, Kosmologie, künstliche Intelligenz oder die Frage nach dem Bewusstsein: Wenn ein Buch aus dem Reich der Forschung zum Bestseller wird, steckt fast immer Brockman dahinter. Das Internet für seine Belange nutzend, hat er vor drei Jahren einen virtuellen Salon eröffnet, in dem Wissenschaftler debattieren (www.edge.org). Ende 1998 stellte Brockman dort die Frage, was die wichtigste Erfindung der vergangenen 2000 Jahre sei. Einige der Antworten hat er in einem Band herausgegeben, der jetzt im Ullstein-Verlag erscheint. Viele seiner Auflagenerfolge ließen sich in Deutschland jedoch nicht wiederholen. Manches Buch, das hiesige Verlage für 200 000 Mark bei ihm einkauften, fand hier zu Lande kaum mehr als tausend Käufer.

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