Köder aus Speck - DER SPIEGEL
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MEDIZIN Köder aus Speck

• aus DER SPIEGEL 9/2002
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Tropentouristen, bei denen sich die ein bis zwei Zentimeter großen Larven der Dasselfliege unter der Haut festgefressen haben, werden in Deutschland zumeist operiert. Nun soll ein sanftes Hausmittel helfen, das die Ureinwohner in den Regenwäldern des Amazonas schon seit Jahrhunderten praktizieren: Speck. Pionierarbeit hat der Münchner Tropenmediziner Thomas Löscher geleistet: Der Professor behandelte einen Patienten, der sich die schmerzhaften Besiedler in Brasilien eingefangen hatte. Die mit Widerhaken bewaffneten Parasiten erlagen ihrem unbändigen Fleischhunger: »Wir haben den Speck fest auf die Wunde gebunden, und nach zwei Stunden hatten sich die Larven darin verbissen. Mühelos konnten wir sie herausziehen«, so Löscher. An die 200 deutsche Abenteuertouristen kommen jedes Jahr mit den Eiern der Dasselfliegen in Kontakt: Das Insekt fängt sich im Fluge einen Moskito und kleistert ihn mit Eiern zu. Löscher: »Sticht der Moskito einen Menschen, werden die Eier unter der Haut abgelagert.«

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