GENTECHNIK Kostbare Ziegenmilch
Ein aus der Milch einer genmanipulierten Ziege gewonnenes Medikament hat sich nach den Angaben der Herstellerfirma Genzyme Transgenic Corp. in Framingham (US-Staat Massachusetts) auch in einer zweiten Phase der klinischen Erprobung als wirksam erwiesen. Nach dem Abschluss der nächsten Testserie könnte die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA dem Medikament, das die Bildung von Blutgerinnseln etwa bei Operationen am offenen Herzen verhindern soll, die Zulassung erteilen. Das Präparat ist das erste von insgesamt elf verschiedenen Pharmaka, die transgene Ziegen auf der Genzyme-Farm derzeit schon erzeugen. Das Verfahren, bei dem menschliche oder auch im Labor entwickelte Gene in die Zellen der Tiere eingeschleust werden, ist nach Ansicht der Genzyme-Forscher weit aussichtsreicher und kostengünstiger als die gleichfalls gentechnische Produktion von Insulin mit Hilfe von Bakterien in Bioreaktoren. In den 50 Millionen Mark und mehr teuren Bioreaktoren können zudem nicht alle der gewünschten, oft aus komplexen Eiweißstoffen bestehenden Medikamente gefertigt werden. Die Ziegenzüchter rechnen hingegen damit, dass allein eines der transgenen Tiere pro Jahr Medikamente im Wert von umgerechnet 58 Millionen Mark mit seiner kostbaren Milch produzieren kann.