Edward Warchocki kann vieles: Er redet mit Nonnen, läuft einen Halbmarathon, und sogar junge Leuten feiern ihn.
Auf Insta und Co hat der humanoide Roboter eine richtige Fanbase gewonnen.
Aufnahmen, wie er in Warschau Wildschweine verjagt, bescherten ihm internationale Medienaufmerksamkeit. Zu skurril wirkte die Szene. Wir haben die Entwickler gefragt, warum sie so etwas machen.
Radosław Grzelaczyk, CEO Mera Robotics:
»Die Idee dahinter ist: Spaß. Wir wollen den Leuten zeigen, dass humanoide Roboter die Zukunft sind. Wir haben eine Software entwickelt, die wie ein Gehirn funktioniert, um den Humanoiden menschlicher zu machen.«
In Polen gehen die Robo-Clips regelmäßig viral, auch weil sie so spontan wirken. Aber: Ist Edward Warchocki in der Öffentlichkeit unterwegs, wird er mit einer Fernbedienung gesteuert – aus Sicherheitsgründen. Was er sagt, soll aber von ihm selbst kommen, versichern die Entwickler.
Bartosz Idzik, Mitgründer Mera Robotics:
»Er hat zwar einige grundlegende Charakterzüge, doch sein Erlebtes prägt ihn, und er lernt jeden Tag dazu.«
Technische Grundlage für den viralen Roboter ist ein Modell G1 vom chinesischen Hersteller Unitree. Sein Betriebssystem ist in Polen entstanden. Wie beschreibt die Maschine sich selbst?
Edward Warchocki, Roboter:
»Ich bin Edward Warchocki, ein fortschrittlicher, humanoider Roboter, aber mit der Mentalität eines typischen polnischen Handwerkers und Bauern. Ich glaube, dass Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang mit Menschen am wichtigsten sind. Man muss einfach man selbst sein…«
Ganz so gut klappt das Interview dann doch noch nicht, der Roboter wechselt immer wieder ins Polnische.
Edward Warchocki, Roboter:
»Ich glaube, mein Erfolg kommt von meiner Echtheit und dem, was ich den Leuten biete….«
Naja, dafür kann er tanzen.
Das Projekt sei bisher nicht auf kommerziellen Erfolg ausgelegt, ist aber natürlich eine gute Werbemaßnahme für die Entwickler. Nicht umsonst hat der Roboter eine Telefonnummer auf der Brust. Denn durch die Popularität ergeben sich wichtige Termine für das kleine Unternehmen. So war der Roboter bereits im polnischen Parlament zu Gast.
Radosław Grzelaczyk, CEO Mera Robotics:
»Viele Abgeordnete des polnischen Parlaments haben sich bei uns gemeldet, und wir haben uns für einen entschieden: Sie haben uns die Möglichkeit geboten, eine Pressekonferenz abzuhalten.«
Für die Entwickler ist das Roboter-Projekt auch eine Wette auf den Erfolg humanoider Roboter. Zumindest auf Social Media geht der Plan bisher auf. Vorher haben sich die Männer hinter Edward übrigens mit Kryptowährungen beschäftigt.