Leerer Himmel - DER SPIEGEL
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KLIMAFORSCHUNG Leerer Himmel

• aus DER SPIEGEL 46/2001
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Klimaforschern hat das Flugverbot über den USA nach den Anschlägen vom 11. September zu unverhofften neuen Einblicken verholfen: Zum ersten Mal seit Urzeiten war der Himmel beinahe frei von Kondensstreifen, die sonst stets, auch bei Sonnenwetter, den Himmel über Nordamerika mit feinen Schleiern überziehen. Normalerweise sind Tag für Tag allein zwischen Ohio und Virginia etwa 700 bis 800 Flugzeuge unterwegs - am 12. September waren es nur neun Militär-Jets. An deren Kondensstreifen konnten Nasa-Wissenschaftler jetzt zum ersten Mal ungestört ablesen, wie diese sich im Verlauf von fünf Stunden von feinsten weißen Fädchen zu einer weiten Dunstschicht von über 62 000 Quadratkilometern ausbreiteten. Diese Beobachtung ist für Klimaforscher vor allem deswegen von Interesse, weil sie schon lange vermutet hatten, dass dieser stete Himmelsdunst zumindest in geringem Maße zum Treibhauseffekt beiträgt, indem er - wie die Treibhausgase - die Sonnenstrahlen zwar durchlässt, die von der Erde zurückkommende Wärmestrahlung aber nicht. Mit den neuen Messergebnissen lassen sich nun die Computermodelle, die zur Berechnung solcher Effekte eingesetzt werden, verfeinern. Die Satellitenbilder vom Beginn des Flugverbots am 11. September dürfen die Nasa-Forscher allerdings nicht veröffentlichen: Darauf verraten drei Kondensstreifen die genaue Route des Präsidenten-Jets »Air Force One« und seiner Eskorte von Nebraska nach Washington.

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