Leuchtender Spuk - DER SPIEGEL
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KUGELBLITZE Leuchtender Spuk

• aus DER SPIEGEL 2/2002
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Sie leuchten gelb oder blau, sind groß wie Fußbälle, gleiten angeblich durch Wände in Räume hinein und zerplatzen plötzlich wie ein böser Spuk. Die legendären Kugelblitze halten seit Jahrzehnten Wissenschaftler aus aller Welt zum Narren; niemand konnte bislang schlüssig erklären, wie sie entstehen. Weil sie extrem selten sind, gibt es kaum Fotos von ihnen. Bisweilen wird sogar ihre Existenz abgestritten und der ganze Spuk als eine elektromagnetisch hervorgerufene Halluzination der Beobachter abgetan. Doch nun widmet die ehrwürdige britische Royal Society dem vertrackten »Ball Lightning« ein ganzes Heft ihrer Fachzeitschrift »Philosophical Transactions A«. Trotz dieses Aufwands bleiben die vorläufigen Erkenntnisse eher bescheiden: Kugelblitze dauern oft zehn Sekunden; sie bewegen sich manchmal durch Glas hindurch; sie verschwinden mit einem Knall, wobei bisweilen ein Schaden entsteht. Fazit: »Jeder von uns meint, dass seine jeweilige Theorie alle oder zumindest die meisten Beobachtungen von natürlichen Kugelblitzen erklärt - auf teilweise widersprüchliche Weise.« Selbst nach Lektüre der sieben Fachaufsätze erscheinen die versammelten Anekdoten indes so rätselhaft wie zuvor - etwa der Bericht eines russischen Lehrers: Ein glühender Ball hüpfte 20-mal auf seinem Kopf auf und ab, ohne ihn zu verletzen. Dann verschwand die Leuchterscheinung spurlos.

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