Luftkrank im Simulator
Für amerikanische Militärpiloten wurde eine ungewöhnliche Vorsichtsmaßnahme getroffen: Flugzeugbesatzungen, die ein Simulator-Training absolviert haben, dürfen bis zu 24 Stunden nach dem Training nicht ins Cockpit. Die Begründung: Zwischen 10 und 60 Prozent aller US-Militärflieger klagen nach Simulator-Übungen über Sehstörungen und eingeschränkte räumliche Orientierungsfähigkeit. Viele Piloten, erläutert ein Flugpsychologe, hätten »Schwierigkeiten, nach dem Simulator-Training im Auto nach Hause zu fahren«. Als Ursache des noch weitgehend unverstandenen Phänomens gilt Wissenschaftlern ein »Zielkonflikt« der Sinne: Die Luftübungen in den modernen Simulatoren werden von den Piloten als so wirklichkeitsgetreu empfunden, daß den Crews das Bewußtsein für die Bodenstellung schwindet - so erfährt das Gleichgewichtsorgan nicht die gewohnten Reize etwa eines Sturzflugs, während den Augen eben dieser Eindruck vorgegaukelt wird. Wissenschaftler sollen nun das Ursachengeflecht der Simulator-Krankheit ergründen. Sonst bestehe die Gefahr, meinen Experten, daß Piloten im Simulator Schutztechniken vor der Sinnes-Verwirrung entwickeln, die im realen Flug dann wiederum zu Risiken führen könnten.