Massentod durch Salz - DER SPIEGEL
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ERDGESCHICHTE Massentod durch Salz

• aus DER SPIEGEL 4/2009
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Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge, Methanhydrate - sie galten bislang als mögliche Ursache für das Aussterben von rund 90 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten auf der Erde vor 250 Millionen Jahren. Eine Gruppe russischer, österreichischer, südafrikanischer und deutscher Forscher hat nun eine neue Theorie zum größten Massensterben der Erdgeschichte ersonnen: Aus urzeitlichen Binnenmeeren sollen am Ende des Permzeitalters so große Mengen von Halogenkohlenwasserstoffen ausgetreten sein, dass sie die Vegetation stark geschädigt und, als Treibhausgase, auch das Klima extrem verändert haben. Allein im Gebiet des heutigen Nordeuropa bedeckte beispielsweise das längst verschwundene Zechsteinmeer rund 600 000 Quadratkilometer, also eine Fläche, größer als Frankreich. »Unsere Berechnungen auf der Grundlage des Schadstoffausstoßes heutiger Salzseen im südlichen Russland zeigen, dass der Ausstoß aus solchen Seen damals katastrophale Wirkung gehabt haben muss«, so Ludwig Weißflog vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig. Demnach gelangten beispielsweise allein von vier untersuchten Chlorkohlenwasserstoffen jedes Jahr 5- bis 20-mal mehr in die Atmosphäre als heute. Ein Szenario, das sich in ferner Zukunft wiederholen könnte: Im Zuge des Klimawandels, so die Prognose, werden sich Wüsten und Salzseen wieder ausbreiten - und damit auch die Mengen natürlich gebildeter Luftschadstoffe.

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