Darminfekt Uni Münster meldet Durchbruch bei Ehec-Schnelltest
Münster - Wissenschaftler der Uni-Klinik Münster haben einen Schnelltest zum Nachweis des Ehec-Erregers entwickelt. Das teilte ein Sprecher der Universitätsklinik am Montagabend mit. Mit Hilfe des molekularbiologischen Verfahrens sei es möglich, bereits kleinste Mengen von Ehec-Erregern innerhalb weniger Stunden auf die speziellen Eigenschaften des Ausbruchsstamms zu untersuchen.
Konkret gehe es um vier Gene, die in ihrer Kombination für den Ehec-Erreger vom Typ "Husec 041" einzigartig seien. Der Test könne in jedem molekularbiologischen Labor gemacht werden. Einzelheiten wollten die Wissenschaftler am Dienstag bei einer Pressekonferenz bekanntgeben.
Das Institut für Hygiene an der Uni-Klinik Münster ist das Konsiliarlabor für das hämolytisch-urämische-Syndrom (Hus) in Deutschland. Die Experten hatten unter Leitung des Ehec-Spezialisten Prof. Helge Karch an dem Test gearbeitet.
Die Zahl der bestätigten Ehec-Infektionen und -Verdachtsfälle nahm am Montag bundesweit auf mehr als 1400 zu. Einen Tag zuvor waren es mehr als 1200. Auch außerhalb Deutschlands breitet sich das gefährliche Bakterium weiter aus. In Schweden hat es nach Angaben der EU-Kommission bisher 30 nachgewiesene Fälle gegeben, bei 13 davon handele es sich um schwer erkrankte Hus-Patienten. Auch in Dänemark, Großbritannien, Österreich und den Niederlanden hätten Menschen sich infiziert. Hoffnung gibt eine experimentelle Behandlungsmethode, mit der hierzulande bereits erste Erfolge erzielt wurden.