Diabetes Typ 2: Niedriger Blutzucker schadet älteren Patienten - DER SPIEGEL
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Diabetes Typ 2 Niedriger Blutzucker schadet älteren Patienten

Wie viel Zucker sollten Altersdiabetiker im Blut haben? Zu große Mengen erhöhen das Risiko gefährlicher Folgeschäden. Doch zu niedrige Blutzuckerwerte sind ebenfalls ungesund, wie eine aktuelle Studie zeigt.
Messung: Diabetiker können ihren aktuellen Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren
Messung: Diabetiker können ihren aktuellen Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren

Messung: Diabetiker können ihren aktuellen Blutzuckerspiegel selbst kontrollieren

Foto: A2411 Norbert Försterling/ dpa/dpaweb
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Mit dem Blutzuckerwert steigt das Risiko von Gesundheitsschäden bei Altersdiabetikern: Nervenschäden und Wundheilungsstörungen drohen, die Gefahr zu erblinden, einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden, erhöht sich. Ein Ziel der Behandlung ist daher, den Langzeit-Blutzuckerwert zu senken. Allerdings sollte dieser nicht zu stark gedrückt werden, bestätigt eine Studie von US-Medizinern, die im Fachmagazin "Diabetes Care" veröffentlicht werden soll.

Niedrige Langzeit-Blutzuckerwerte bei älteren Diabetikern sind mit einem leicht erhöhten Sterberisiko verbunden, stellten die Forscher um Elbert Huang von der University of Chicago fest. Ihren Ergebnissen zufolge ist es erstrebenswert, den sogenannten HbA1c-Wert, der ein Maß für die Blutzuckerwerte der vergangenen zwei bis drei Monate darstellt, unterhalb von acht Prozent zu halten. Werte unter sechs Prozent stünden wiederum mit einer höheren Sterblichkeit in Verbindung. Für gesunde Erwachsene gelten Werte zwischen vier und sechs Prozent als normal.

Bereits 2008 hatte die sogenannte Accord-Studie gezeigt , dass es schädlich ist, den Blutzuckerspiegel von Typ-2-Diabetikern mit Medikamenten so weit zu senken, dass er dem gesunder Menschen entspricht. Unter den Teilnehmern, die mit Insulinspritzen und Tabletten ihren Blutzucker auf ein vermeintlich normales Niveau drückten, stieg die Zahl der Todesfälle deutlich an - die Studie wurde vorzeitig abgebrochen.

Huang und seine Kollegen probierten keine Medikamentenkombinationen aus. Sie stützen sich auf die Daten von mehr als 71.000 Menschen mit Diabetes Typ 2, die an einer vierjährigen Beobachtungsstudie zum Thema Diabetes und Altern teilgenommen hatten. Die Mediziner stellten erwartungsgemäß eine erhöhte Zahl von Komplikationen und Todesfällen bei denjenigen fest, die deutlich erhöhte Langzeit-Blutzuckerwerte hatten. Bei niedrigen Werten allerdings zeigte sich ebenfalls ein höheres Sterberisiko - zwar nur leicht erhöht, aber dennoch statistisch bedeutsam.

Das geringste Sterberisiko und die besten Ergebnisse insgesamt fanden die Forscher bei denjenigen mit HbA1c-Werten zwischen acht und sechs Prozent. Dabei spielte es keine Rolle, ob die Patienten in ihren Sechzigern, ihren Siebzigern oder älter als 80 Jahre waren. "Es ist wichtig, dass ältere Patienten mit ihren Ärzten gemeinsam über die Ziele ihrer Diabetesbehandlung entscheiden", sagt Huang. "Sie sollten eine Menge Fragen stellen."

"Wir können nicht sagen, ob dieses Ergebnis auf die sehr geringen Blutzuckerwerte selbst zurückzuführen ist, auf die Behandlung zur Kontrolle des Blutzuckers oder auf irgendwelche anderen Faktoren, die nicht direkt mit der Diabetesbehandlung zusammenhängen", sagt Andrew Karter, der ebenfalls an der Studie beteiligt war. Um die Bedeutung der Ergebnisse für die klinische Praxis vollständig erfassen zu können, seien noch weitere Studien notwendig.

wbr/dapd

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