Falsch programmiert Computertomograf verstrahlt Patienten
Patientin im Computertomografen (Archivbild): Überdosierung an Hospital in Los Angeles
Foto: Martin_Schutt/ picture-alliance / dpa/dpawebLos Angeles - Bei Verdacht auf Schlaganfall kann eine Computertomografie, kurz CT, wichtige Informationen liefern. Vor allem geht es darum herauszufinden, welche Bereiche des Gehirns von der Blutversorgung abgeschnitten sind. Im Computertomografen werden dazu einzelne Röntgenbilder des Patienten angefertigt, die von einem Computer automatisch zusammengesetzt werden.
Die Strahlenbelastung durch eine Aufnahme im Computertomografen ist nicht zu vernachlässigen, allerdings ist sie normalerweise durch die medizinische Ausnahmesituation des Patienten mehr als gerechtfertigt. In den USA gibt es nun allerdings einen Fall, in dem ein CT-Gerät durch falsche Einstellungen mehr als 200 Patienten verstrahlt hat. Im Schnitt seien die Betroffenen 70 Jahre alt gewesen, berichtet die "Los Angeles Times".
Es geht um eine Maschine am Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles. Dort sind zwischen Februar 2008 und August 2009 Patienten bis zu achtfach zu hohen Strahlendosen ausgesetzt worden. Rund 40 Prozent der Betroffenen hätten unter Folgen wie Haarausfall oder Rötungen der Haut gelitten, teilte die Klinik mit.
Die Herstellerfirma General Electric legt wert darauf, dass sie keine Schuld trifft. Hintergrund des Problems war offenbar eine Computerpanne. Es sei beim Zurücksetzen des Geräts aufgetreten. Dabei sei ein überhöhter Standardwert für die abzugebende Strahlung festgelegt worden.
Das kalifornische Gesundheitsministerium kündigte an, den Vorfall zu untersuchen. Die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA forderte in einer Anweisung alle Krankenhäuser auf, ihre Sicherheitsprotokolle der CT-Anlagen zu überprüfen. "Das Ausmaß der Überdosierung und die Auswirkungen auf die betroffenen Patienten waren erheblich", heißt es in der Nachricht. Die Patienten hätten ein "erhöhtes Risiko für langfristige Strahlungsfolgen".