Lernen: So merken Sie sich alles - DER SPIEGEL
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Lernen So merken Sie sich alles

Vokabeln, Namen, Fakten - wie kann man sich besser erinnern? In diesem Training lernen Sie eine Merktechnik, mit der Sie Wissen in ihrem Gedächtnis verankern.
Foto: Klaus Vedfelt / Digital Vision / Getty Images
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Vokabellisten, die wichtigsten Namen von Kollegen, Jahreszahlen zu historischen Ereignissen - viele Menschen empfinden es als Herausforderung, sich all das zu merken. Dabei sind sich Gedächtnisexperten sicher, dass beim Merken von Fakten, Namen und Zahlen tatsächlich vor allem die Technik zählt.

Gedächtnistechniken verankern Fakten im Gehirn - nutzen wir sie nicht, schrumpft der Anteil der "verankerten" Vokabeln oder Fakten schnell wieder. In dieser Woche bekommen Sie deshalb unabhängig von Ihrem jeweiligen Lernvorhaben zwei kleine Merkaufgaben - und eine Technik, wie Sie sich die Sachen besser merken können.

Der Trick bei allen Merktechniken ist, dass Fakten mit Bildern verknüpft werden - und zwar zum Teil mit ziemlich absurden Bildern. Die simpelste aller bildlichen und sinnlichen Merktechniken ist die Eselsbrücke. Jeder weiß, dass es sie gibt, aber viele wenden sie nicht an. Deshalb gibt es in dieser Woche zwei einfache Aufgaben zu Eselsbrücke. Suchen Sie sich die aus, die gerade besser zu Ihren eigenen Lernvorhaben passt.

Vokabeln lernen

Nehmen Sie eine kleine Vokabelliste von etwa 15 bis 20 Begriffen (zum Beispiel am Ende einer Lektion oder eine persönliche Liste von Wörtern, die Sie sich in einer Fremdsprache partout nicht merken können). Und nun versuchen Sie, zu wirklich jedem Wort eine Eselsbrücke zu bilden.

Wie das geht? Nehmen Sie das fremdsprachige Wort, beispielsweise das italienische Wort "Camicia" (Hemd). Übersetzen Sie dieses Wort nun in deutsche Wörter, die diesem Wort ähneln (zum Beispiel Kamikaze), und verbinden Sie das dann in einem Bild mit dem Ursprungswort: Man könnte sich etwa einen Kamikaze-Flieger mit zerrissenem Hemd vorstellen.

Dieses Vorgehen wirkt albern, vor allem, wenn die Eselsbrücke nicht aus dem persönlichen Assoziationsschatz stammt. Der Gedächtnistrainer Peter Kürsteiner, von dem auch dieses Beispiel stammt, hat in Seminaren festgestellt, dass sich Teilnehmer mit den albernen Eselsbrücken an einem Wochenende zum Teil Hunderte von Vokabeln langfristig merken können.

Die anfängliche Mehrarbeit des Ausdenkens lohnt sich also. Wichtig: Üben Sie in dieser Woche nur diese eine Liste mit Eselsbrücken-Vokabeln. An drei aufeinanderfolgenden Tagen. Und dann prüfen Sie sich am Ende der Woche noch einmal: Was haben Sie behalten?

Namen merken

Es gibt Menschen, denen fällt es besonders schwer, sich Namen zu merken. Oft finden sie das in sozialen Situationen peinlich - auch wenn sich die allermeisten Leute Eselsbrücken machen müssen, um sich Namen zu merken.

Probieren Sie es aus: Versuchen Sie, sich in dieser Woche etwa zehn Namen zu merken, die Sie hören, entweder im Job, im Kontakt mit Bekannten, auf Kundenhotlines oder einfach in Zeitungs- oder Fernsehberichten. Verknüpfen Sie wiederum Bilder und Namen auf emotionale, bildhafte Art im Stil der Eselsbrücke.

Beispiel: Sie möchten sich den Namen von Elfie Gassner merken? Suchen Sie nach einem Bild, das diesem Namen nahekommt. Zum Beispiel eine Elfe, die eine Gasse entlang fliegt. Falls Ihnen dieses Bild zusagt, stellen Sie es sich vor Ihrem inneren Auge vor, wenn Sie an Elfie Gassner denken.

Oder Sie wollen sich den Namen Sandra Schuhmacher merken? Stellen Sie sich eine Schuhmacherin vor, die mit einem Hammer auf Sand klopft. Auch hier sind die für Sie selbst stimmigen Assoziationen, die Sie vielleicht auch witzig oder eklig finden, die besten.

So genannte Mnemotechniken sind eine Wissenschaft für sich: Wenn Sie in dieser Woche merken, dass Sie Freude daran haben und sich weiter damit beschäftigen wollen, empfehlen wir Ihnen das Buch von Peter Kürsteiner: "Gedächtnistraining" .

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