Mäuseexperimente: Koffein erschwert Schwangerschaft - DER SPIEGEL
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Mäuseexperimente Koffein erschwert Schwangerschaft

Kinder statt Kaffee: Wer schwanger werden möchte, sollte einer neuen Studie zufolge auf koffeinhaltige Getränke verzichten. Koffein bremst offenbar die Aktivität von Zellen in der Eileiterwand - und die haben eine entscheidende Funktion.
Schwangerschaft: Ei ausgebremst
Schwangerschaft: Ei ausgebremst

Schwangerschaft: Ei ausgebremst

Foto: Patrick Pleul/ dpa
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Ein hoher Koffeinkonsum könnte bei Kinderwunsch hinderlich sein. Zwar ist die Substanz für ihre anregende Wirkung bekannt, in den Eileitern jedoch bremst sie die Muskelkontraktionen und kann dadurch die Reise des Eis vom Eierstock in die Gebärmutter beeinträchtigen. Das haben US-Forscher in Versuchen mit Mäusen beobachtet.

Ihre Erkenntnis könnte einen Erklärungsansatz liefern, weshalb Frauen, die viel Koffein zu sich nehmen, mitunter längere Zeit auf eine Schwangerschaft warten müssen, berichten sie im Fachblatt "British Journal of Pharmacology". "Unsere Experimente wurden an Mäusen durchgeführt, aber dieses Ergebnis kann viel zur Erklärung beitragen, warum es die Chancen einer Frau auf eine Schwangerschaft reduzieren kann, koffeinhaltige Getränke zu trinken", sagt Sean Ward von der University of Nevada School of Medicine.

Für eine Schwangerschaft muss das Ei seinen Weg durch den Eileiter in die Gebärmutter finden. Dabei helfen ihm winzige Härchen sowie Muskelkontraktionen der Eileiterwand. Ward und seine Kollegen hatten die Funktionsweise der Eileitermuskulatur bei weiblichen Mäusen untersucht und festgestellt: Koffein hemmt die Aktivität von Zellen in der Eileiterwand, die für die Koordination dieser Kontraktionsbewegungen verantwortlich sind.

Tatsächlich spielen die Muskelbewegungen für den Transport des Eis in Richtung Gebärmutter sogar eine größere Rolle als die sich bewegenden Härchen, beobachteten die Forscher. Werden diese Bewegungen gestoppt, kann das Ei seine Reise nicht fortsetzen.

Die Beobachtungen von Ward und seine Kollegen könnten nicht nur manchen Frauen helfen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden. Genauere Kenntnisse der Arbeitsweise der Eileiter sind nach Angaben der Wissenschaftler auch für die Erforschung von Entzündungen im Beckenbereich, von bestimmten sexuell übertragbaren Krankheiten oder auch der Entstehung von Eileiter- und Bauchhöhlenschwangerschaften von Bedeutung.

boj/dapd

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