Seuchenbekämpfung: Ebola-Impfstoff besteht Tests in Mäusen - DER SPIEGEL
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Seuchenbekämpfung Ebola-Impfstoff besteht Tests in Mäusen

Forscher haben Mäuse erfolgreich mit einer neuen Vakzine gegen Ebola geimpft. Der Impfstoff bietet erhebliche Vorteile gegenüber anderen Kandidaten: Er lässt sich kostengünstig produzieren - und lange stabil lagern.
Ebola-Virus unter dem Elektronenmikroskop: Bisher kein Impfstoff zugelassen
Ebola-Virus unter dem Elektronenmikroskop: Bisher kein Impfstoff zugelassen

Ebola-Virus unter dem Elektronenmikroskop: Bisher kein Impfstoff zugelassen

Foto: CDC/ Frederick Murphy
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Wer sich mit dem berüchtigten Ebola-Virus infiziert, hat wenig Chancen zu überleben: 50 bis 90 Prozent aller Fälle von Ebola-Fieber enden tödlich - je nachdem, um welche Variante des Virus es sich handelt. Medikamente gegen Ebola gibt es bisher nicht. Zwar wurden in der Vergangenheit einige Impfstoffe gegen Ebola erprobt - bisher hat es aber noch kein Kandidat bis zur Zulassung beim Menschen gebracht.

Doch jetzt machen neue Experimente Hoffnung: Mit einem experimentellen Impfstoff haben US-Forscher Mäuse sehr wirksam vor einer Infektion mit Ebolaviren geschützt. Gleichzeitig lässt sich der Impfstoff, der aus Proteinfragmenten des Virus besteht, vermutlich lange stabil lagern. Wie die Forscher im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences"  berichten, sei dies wichtig, weil ein solches Präparat vor allem für den Notfall eines bioterroristischen Angriffs benötigt werde - und daher schnell zur Verfügung stehen müsse.

Waranyoo Phoolcharoen vom Center of Infectious Disease and Vaccinology (Arizona State University, Tempe/US-Staat Arizona) und seine Mitarbeiter hatten als Impfkandidat einen sogenannten Ebola-Immunkomplex biotechnologisch hergestellt. Dieser Komplex setzt sich zusammen aus einem Protein, das auf der Oberfläche des Ebola-Virus vorkommt, und einem Antikörper, der das virale Eiweiß erkennt. Produziert wurde dieses Präparat in Tabakpflanzen.

Anschließend verabreichte das Team den experimentellen Impfstoff an Mäuse - zusammen mit einer Substanz namens PIC, die die Immunantwort weiter steigert. Tatsächlich überlebten 80 Prozent der absichtlich infizierten Mäuse. Ohne diese Behandlung überlebte kein Tier. Der Impfstoff sei genauso wirksam wie der beste der anderen vorhandenen Impfstoff-Kandidaten, berichtet das Team um Phoolcharoen. Er habe aber einen entscheidenden Vorteil: Demnach lässt er sich günstiger produzieren und besser lagern.

Das Ebola-Virus verursacht das sogenannte hämorrhagische Fieber. Dieses meist sehr hohe Fieber ist deshalb so lebensbedrohlich, weil es dabei zu schweren inneren Blutungen kommt; die meisten Betroffenen sterben schließlich an multiplem Organversagen. Das Virus wird durch direkten Körperkontakt, durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten übertragen.

cib/dpa