Afrika: Forscher entdecken neues Killervirus - DER SPIEGEL
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Afrika Forscher entdecken neues Killervirus

"Lujo" heißt der neuentdeckte Erreger, den Mediziner bei fünf Menschen in Afrika nachgewiesen haben - und er ist äußerst aggressiv: Vier der fünf Infizierten sind bereits gestorben. Das Virus ist entfernt mit dem Erreger des Lassa-Fiebers verwandt.
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Atlanta - Anfangs glaubten die Ärzte, die Patienten hätten sich mit dem Ebola-Virus infiziert. Doch eine genetische Analyse ergab, dass es sich um einen bislang unbekannten Erreger handelt, der wie die Verursacher des Lassa-Fiebers zur Gattung der sogenannten Arenaviren gehört.

Vier der fünf bislang mit dem Virus infizierten Menschen sind bereits gestorben. "Der Erreger ist wirklich aggressiv", sagte Ian Lipkin von der Columbia University in New York, der an der Entdeckung beteiligt war. Die Mediziner haben das Virus "Lujo" genannt. Der Name ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der Städte Lusaka (Sambia) und Johannesburg (Südafrika), wo das Virus zuerst identifiziert wurde.

Lujo führt ebenso wie das Ebola-Virus zu schweren Blutungen, Fieber, Schock, Koma und Organausfall, berichten die Forscher im Fachblatt "Plos Pathogens" . Die erste Infektion wurde im September bei einer Reisebüro-Mitarbeiterin festgestellt, die in einem Vorort von Lusaka in Sambia lebt. Sie bekam zuerst Fieber, dann verschlimmerte sich die Krankheit. Schließlich wurde sie nach Johannesburg geflogen, wo sie starb.

Ein Sanitäter, der sie in Lusaka behandelt hatte, erkrankte ebenfalls und starb nach der Verlegung in ein Krankenhaus nach Johannesburg. Bei den drei übrigen Infizierten handelt es sich um medizinisches Personal aus Johannesburg. Die Wissenschaftler glauben, dass das Virus beim direkten Kontakt der Personen über Körperflüssigkeit übertragen wurde. "Das ist kein Erreger wie bei der Grippe, der sich weit verbreitet", sagte Antony Fauci, Direktor des amerikanischen National Institute of Allergy and Infectious Diseases.

Blutproben der Infizierten wurden an der Columbia University analysiert, um die genetische Struktur des Virus aufzuklären. Die dabei entdeckte entfernte Verwandtschaft mit dem Lassa-Virus könnte der fünften infizierten Person womöglich das Leben gerettet haben. Denn die Mediziner behandelten die Patientin, eine Krankenschwester aus Johannesburg, mit einem Medikament, das normalerweise bei Lassa-Fieber verabreicht wird. Die Frau hat die Infektion überlebt. Allerdings könne es auch sein, dass die Erkrankung bei ihr einfach milder verlaufen sei, schreiben die Forscher.

Der Fall des Lujo-Virus zeige, wie schnell heutzutage neue Erreger als solche erkannt werden könnten. Dank moderner Verfahren zur Gensequenzierung habe man das Virus binnen weniger Tage identifiziert - ein Prozess, der sonst Wochen in Anspruch genommen hätte.

hda/AP

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