Aids: Afrikas Armut fördert Resistenzen - DER SPIEGEL
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Aids Afrikas Armut fördert Resistenzen

Das Geld reicht nicht, die Beratung fehlt, und auf Hilfe können sie auch nicht zählen: Viele Aids-Patienten in Afrika nehmen ihre Medikamente nur sporadisch ein - mit möglicherweise fatalen Folgen.
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Abidjan - Mit 30 Mark pro Monat hält Edmond Adjobi seine Aidsinfektion in Schach. Der 38-Jährige leiht und bettelt sich das Geld zusammen, das er für seine Medikamente braucht. Manchmal aber reicht es einfach nicht. Dann setzt Adjobi einige Tage aus - und bestätigt damit die Befürchtungen der Gesundheitsbehörden: Die Patienten, so die Furcht der Verantwortlichen, könnten ihre Tabletten nicht regelmäßig nehmen und damit die Entstehung von resistenten Virenstämmen fördern.

"Wenn ich nicht die Mittel für meine Medikamente habe, befürchte ich, dass eines Tages etwas Schreckliches mit mir passieren wird", sagt Adjobi. Er kommt aus der Elfenbeinküste, das wie andere afrikanische Länder mit der Aids-Epidemie kämpft.

Die angekündigten Preisreduzierungen der Pharmakonzerne können diesen Kampf erleichtern, eine Lösung sind sie nicht. In der Elfenbeinkünste kostet die Kombinationstherapie 300.000 CFA-Franc (886 Mark) und übersteigt damit das durchschnittliche Monatseinkommen der Bürger. Die Regierung unterstützt die ärmsten Patienten, die für die Therapie nur 10.000 CFA-Franc (30 Mark) bezahlen. Doch auch mit dieser finanziellen Hilfe erhalten nur 1000 von einer Million Infizierten angemessene Medikamente.

Die so genannte Kombinationstherapie hat seit 1996 die Behandlung von Aids revolutioniert. Studien haben jedoch gezeigt, dass sich die Patienten strikt an die Einnahmevorschriften halten müssen. Wenn dies nicht geschieht, entwickeln sich resistente Virenstämme, die auf andere übertragen werden können.

Der Forscher Auguste Blibolo beobachtete zwei Jahre lang die Behandlung von elf Aids-Patienten in der Elfenbeinküste. Alle nahmen an einigen Tagen ihre Medikamente nicht ein, neun hielten sich mehr als eine Woche nicht an die Vorschriften. Denn die sind strikt: Pro Tag müssen ein Dutzend Tabletten zu unterschiedlichen Zeiten eingenommen werden.

Auch in den Industriestaaten schaffen es die Patienten oft nicht, die Einnahmeempfehlungen einzuhalten. In Afrika kommen ein Mangel an Beratungsmöglichkeiten und Pflegepersonal sowie die angespannte finanzielle Lage hinzu.

Adjobi fühlt sich gut, wenn er seine Medikamente nimmt. Zwei Monate lange reichte dieses Jahr das Geld allerdings nicht aus. Die Symptome kehrten zurück. Für Adjobi doppelt schlimm. Wenn der 38-Jährige, von der Krankheit gezeichnet, nicht aufstehen kann, hat er auch keine Möglichkeit, sich das Geld für seine Medikamente zusammenzubetteln.

Alexandra Zavis, AP